10.06.15

Mitgliederversammlung 2015: Öffentlich geförderte Erwachsenenbildung stärken

Bundesversammlung der Katholischen Erwachsenenbildung fordert, non-formale Bildung nicht in TTIP zu verhandeln und mehr Förderung von Sprachkursen für Flüchtlinge/Wiederwahl des Vorstandes

Mühlheim a.d. Ruhr, 9. Juni 2015, wie nahe die Katholische Erwachsenenbildung an aktuellen gesellschaftli-chen Entwicklungen und an den Menschen ist, zeigte sich auf der diesjährigen Mitgliederversammlung, die heute zu Ende ging. Insbesondere im Bereich der Sprach- und Unterstützungskurse für Flüchtlinge haben die Mitglieder ihre Aktivitäten massiv ausgebaut. Das Angebot reicht dabei von Sprach- und Orientierungskursen für Flüchtlinge bis hin zur Qualifizierung von Lehrkräften oder ehrenamtlichen Begleiter/innen. „Es müssten zeitnah noch viel mehr finanzielle Mittel von Bundes- und Länderebene für diese Angebote bereitgestellt werden, um den enormen Bedarf zu decken, der ja in naher Zukunft noch deutlich ansteigen wird“, so Elisabeth Vanderheiden, KEB-Bundesvorsitzende. „Den Ländern, die sich hier engagieren und auch den vielen Bistümern, die unbürokratisch Gelder für diese Kurse zur Verfügung gestellt haben, sind wir sehr dankbar. Grundsätzlich sollte allen Zuwanderergruppen mit Bleibeperspektive ein Anspruch auf Sprachförderung analog zum Integrationskurs eingeräumt werden.“

Außerdem wies die Vorsitzende auf der Mitgliederversammlung auf die Risiken für die Bildungseinrichtungen der Erwachsenenbildung hin, die sich aus den derzeitigen Verhandlungen zum Transatlantischen Frei-handelsabkommen (TTIP) sowie aus dem Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen (TiSA) ergeben können. "Falls private Bildung oder eine Form von gemischt-finanzierter Bildungsdienstleistungen in den Verhandlungen nicht ausdrücklich ausgeschlossen werden, befürchten wir, dass die Handelsregeln den Spielraum öffentlicher Dienstleistungen einschränken und die Kommerzialisierung sowie Privatisierung vorantreiben werden," betont sie noch einmal die Forderungen der katholischen Träger in einem kürzlich vorgestellten Positionspapier zu TTIP und TiSA und deren Folgen für die Bildungspolitik. Die Träger lehnen zudem die Regelungen zum Investitionsschutz und die Sperrklausel ("ratchet clause") ab und setzen sich für den Positivlistenansatz sowie eine transparente Verhandlungsführung ein. „Wir fordern von den EU-Abgeordneten morgen im Plenum die Resolution des Handelsausschusses anzunehmen und somit die non-formale Bildung – egal wie die Dienstleistung erbracht oder finanziert wird – aus TTIP auszuklammern“, macht Vanderheiden deutlich.

Die Versammlung beschloss außerdem strategische Ziele für eine Neuausrichtung der KEB Deutschland bis 2020. Zudem stand die Wiederwahl des Vorstandes an. Die Mitgliederversammlung wählte am Dienstag für drei weitere Jahre Elisabeth Vanderheiden als Bundesvorsitzende, Dr. Michael Reitemeyer und Dr. Joachim Drumm als stellvertretende Vorsitzende und  Prof. Dr. Ralph Bergold,  Dr. Anneliese Mayer, Matthias Berg und Ludger Nagel als Beisitzer in den Vorstand.

Die Katholische Erwachsenenbildung Deutschland – Bundesarbeitsgemeinschaft e.V.  (KEB) ist der Zusammen-schluss von katholischen Trägern der Erwachsenenbildung mit derzeit 57 Mitgliedern und rund 660 Einrichtungen. Sie ist die größte nichtkommunale Anbieterin allgemeiner Erwachsenenbildung in der Bundesrepublik Deutschland.
Ansprechpartnerin für die Presse:  Andrea Hoffmeier, Tel. 0228-90247-0, KEB, Joachimstraße 1, 53113 Bonn, Germany, Fax 0228-90247-29, www.keb-deutschland.de


 

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